Stand: Februar 2024

Hermann von Kerssenbrock (Lehrer in Münster und Osnabrück) schrieb 1576:

"Da die Stadt Münster im Zeichen des Wassermanns steht und gleichsam dem Saturn als Herrn untergeben ist und nicht in der germäßigten Zone, sondern unweit des Nordpols liegt und somit nicht gleichmäßig an Kälte und Hitze teilhat, unterliegt sie mehr der Kälte des zu nahen Nordpols und der genannten Gestirne, weshalb auch die Bewohner, weil in einem kälteren Himmelsstriche lebend, meistens groß von Statur, rauh und ungeschliffen von Lebensart sind.

Daher kommt es, daß man einen groben, von seiner Bildung unbeeinflußten Menschen stellenweise einen Westfalen nennt, gleich als wenn diesem Menschenschlage durch den Einfluß der Gestirne eine gewisse unvermeidliche Rohheit aufgeprägt wäre.

Obwohl sie eher begabt als dumm sind, verachten sie doch die schönen Künste. (...) Sie sind stark und zu Arbeiten aller Art geeignet, nur Durst und Hunger können sie nicht aushalten;  sie essen auch mehr als andere Völker, sind indes mit einfacher und durchaus verschwen-derischer Kost zufrieden.

Sie haben eine weiße Hautfarbe, kämmen das Haar nicht zurück, sondern lassen es nach vorne fallen und herabwallen.

Sie sind nicht verschlagen noch listig, sondern gerade, ernst und beständig und würden nicht leichtlich eine einmal gefaßte Ansicht aufgeben, wenn der Saturn nicht Geiz, Argwohn, Treulosigkeit, Starrköpfigkeit, Neid und Aufruhr in ihnen hervorriefe ..."

 

Ich bin auch ein Westfale! Aber ganz so schlimm sind wir dann doch nicht. :-)